Archiv für August 2011

Flugblatt

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Vortrag „Darf man Israel kritisieren?“

Über Meinung und Ideologie

Dass man Israel „selbstverständlich“ kritisieren dürfe, bekennen selbst sogenannte pro-israelische „Hardliner“. Doch wie steht es eigentlich um die Frage, die sie damit in vorauseilendem Gehorsam beantworten?
Ob man Israel kritisieren darf, lässt sich ganz leicht beantworten, wenn man die Frage rein wörtlich nimmt: was man darf und was nicht regelt üblicherweise ein Gesetz. Nach § 130 StGB sind diejenigen Spielarten der Israelkritik verboten, die den Nationalsozialismus und die Ermordung der Juden verherrlichen. Doch so will es natürlich nicht gemeint haben, wer die Frage stellt. Doch was meint sie eigentlich? Zumeist unterstellt sie ein Tabu, das es gar nicht gibt. Auf eine sinnlose Frage zu antworten ist, wie wenn einer den Stier melkt und ein Anderer ein Sieb darunter hält. Doch sie ist nicht einfach nur eine dumme und sinnlose Frage – das wäre noch harmlos. Sie tritt absichtsvoll naiv als juristische Frage auf, ist aber kalkuliert politisch. Während das Recht, hier: das Recht auf freie Meinungsäußerung, so scheint, als wäre es rein formal und sich damit die Frage danach, ob eine bestimmte Meinung richtig oder falsch ist, gar nicht stellen kann, sind politische Aussagen inhaltlich, d.h. wahrheitsfähig. Durch die absichtsvolle Vermischung dieser Ebenen versucht sich, wer der die Frage stellt, ob man Israel kritisieren dürfe, der Kritik zu entziehen. Der Vortrag will zeigen, wie sich die derart als Tabubruch inszenierende Israelkritik als bloße Meinung gegen den jüdischen Staat erweist, die sich selbst wiederum gegen Kritik abdichtet, d.h. in letzter Konsequenz Kritik am Antisemitismus tabuisieren möchte.

Zum Referenten: Leo Elser ist Redakteur und Autor der „Pólemos“ und schreibt für die „Bahamas“.

10.​09. – 13.​00 Uhr
Fa­kul­tät für Forst-​ und Um­welt­wis­sen­schaf­ten, Ten­nen­ba­cher Str. 4

(Eintritt frei, Spenden erwünscht)

Vortrag „Die mögliche palästinensische Staatsgründung – ein diplomatischer Tsunami?“

Im September wollen die politischen Führer der Palästinenser vor den Vereinten Nationen einseitig – das heißt: ohne vorherige Verhandlungen mit Israel – einen palästinensischen Staat ausrufen. Uneins ist man sich dabei zurzeit noch insbesondere über die Frage der Taktik: Während der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, beim UN-Sicherheitsrat vorstellig werden will, hält der palästinensische Premierminister Salam Fayyad den Gang vor die Generalversammlung der Uno für sinnvoller – weil dort kein Mitglied ein Vetorecht hat und bereits über 100 Staaten ihre Zustimmung angekündigt haben. Die terroristische Hamas, die Mitte Mai ein Bündnis mit der Fatah eingegangen ist, zögert noch damit, eines der Vorhaben zu unterstützen. Denn sie fürchtet, dass ein solcher Schritt ihr Ziel, „ganz Palästina“ zu „befreien“ – also Israel zu vernichten – durchkreuzen könnte. Die israelische Regierung hat die palästinensischen Pläne unterdessen zurückgewiesen; sollten sie dennoch verwirklicht werden, stehe ein „diplomatischer Tsunami“ bevor, wie nicht nur Verteidigungsminister Ehud Barak warnt.

Eine repräsentative Umfrage in den palästinensischen Gebieten hat derweil alarmierende Zahlen zutage gefördert: Demnach lehnen 61 Prozent der Palästinenser eine Zweistaatenlösung rundweg ab; gar 66 Prozent sind der Ansicht, dass es das eigentliche Ziel der Palästinenser sein müsse, mit einer Zweistaatenlösung zu beginnen, dann aber dazu überzugehen, einen einzigen, ausschließlich palästinensischen Staat zu schaffen. 62 Prozent befürworten es, israelische Soldaten zu entführen und als Geiseln zu nehmen; 72 Prozent glauben, dass es keine mehrtausendjährige jüdische Geschichte in Jerusalem gibt. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Palästinenser noch immer weit davon entfernt ist, die Israelis als Nachbarn und Israel als jüdischen Staat zu akzeptieren.

Welche politischen und rechtlichen Folgen hätte also die unilaterale Ausrufung eines palästinensischen Staates vor der Uno – sowohl für die Palästinenser als auch für Israel? Wie würde die so genannte internationale Gemeinschaft darauf reagieren – nicht zuletzt die deutsche Bundesregierung? Welche Konsequenzen ergäben sich für die zuletzt intensivierte Kooperation zwischen der israelischen Regierung und der PA in wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Belangen? Und nicht zuletzt: Welche Bedeutung hätte all dies für den Nahen Osten, in dem seit Beginn dieses Jahres eine Menge in Bewegung geraten ist – und inwieweit beeinflussen die Aufstände und Umbrüche dort das politische Handeln in Israel und den palästinensischen Gebieten?

Zum Referenten: Alex Feuerherdt (42) ist Lektor und freier Publizist. Er lebt in Köln und schreibt schwerpunktmäßig über den Nahen Osten, u.a. für KONKRET, die Jungle World, die Jüdische Allgemeine und den Tagesspiegel.

11.9. 20:00 Uhr
Café Velo

Vortrag zum Mythos „Nakba“

Die Entstehung Israels – Legenden und Wirklichkeit

Nur wenige Stunden nach der Gründung Israels am 14. Mai 1948 – die dem ein knappes halbes Jahr zuvor verabschiedeten Teilungsbeschluss der Vereinten Nationen folgte – erklärten Ägypten, Transjordanien, Syrien, der Libanon und der Irak dem jüdischen Staat den Krieg und griffen ihn an. Das erklärte Ziel der arabischen Allianz war es dabei, Israel mit militärischen Mitteln zu beseitigen, doch den israelischen Streitkräften gelang es, das Land zu verteidigen und die gegnerischen Armeen zu schlagen. Im Zuge dessen, aber auch schon während des vorangegangenen Bürgerkrieges zwischen jüdischen und arabischen Milizen, verließen mehrere hunderttausend palästinensische Araber das Land – teilweise infolge der Kriegshandlungen, vielfach jedoch auch auf Geheiß der arabischen Staaten, die freie Bahn für ihren Angriff haben wollten und eine triumphale Eroberung und Zerstörung Israels ankündigten.

Gleichwohl vertritt die palästinensische Seite bis heute unverrückbar die Position, dass die Gründung des jüdischen Staates eine „Nakba“, also eine Katastrophe gewesen sei – vergleichbar mit dem Holocaust – und dass erst jüdisch-zionistische Milizen und danach die israelische Armee die palästinensischen Araber gezielt und systematisch vertrieben habe. Dieser zählebige Mythos wird auch von den europäischen Sympathisanten der Palästinenser vertreten, wie nicht zuletzt die Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ zeigt. Diese Ausstellung des Pfullinger „Vereins Flüchtlingskinder im Libanon e.V.“ war bislang deutschlandweit an 70 verschiedenen Orten zu sehen, auch in Freiburg. Sie ergreift Partei für die palästinensische Seite; ihr Ton ist dabei scheinbar sachlich und vermeintlich an den Fakten orientiert. Doch bereits einfache und historisch unstrittige Fakten werden durch Auslassungen und Verdrehungen grob verfälscht.

So erfährt man etwa von dem für die palästinensische Politik überaus wichtigen Großmufti und Nazi-Kollaborateur Hajj Amin el-Husseini genauso wenig etwas wie über die Hintergründe und Ziele des arabischen Angriffs auf Israel. Auch die antisemitischen Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung in den 1920er und 1930er Jahren sowie die Aktivitäten arabischer Terrorgruppen finden keine Erwähnung. Darüber hinaus werden Aussagen israelischer Politiker häufig entweder dekontextualisiert oder sinnentstellend wiedergegeben. Insgesamt präsentiert die Ausstellung die Araber respektive Palästinenser durchweg als so unschuldige wie harmlose Opfer einer generalstabsmäßig geplanten zionistischen Aggression. Diese Vorgehensweise folgt der Methode einer in den Gesellschaftswissenschaften höchst populären postmodernen Strömung, die keine historischen Tatsachen mehr kennen will, sondern nur noch gleichberechtigte „Narrative“, also subjektive Erzählungen von „Betroffenen“ ohne Rücksicht auf den Wahrheitsgehalt. Ist dieser Ansatz ganz grundsätzlich mehr als fragwürdig, so führt er in Bezug auf den „Nahostkonflikt“ absichtsvoll zu einer Dämonisierung und Delegitimierung Israels.

Der Vortrag von Alex Feuerherdt wird sich dem Mythos „Nakba“ sowie weiteren Legenden im Zusammenhang mit der Gründung des Staates Israel widmen und prüfen, weshalb sie bis heute gepflegt werden, wie sich demgegenüber die Wirklichkeit darstellt und warum eigentlich niemand ein Rückkehrrecht für die Hunderttausenden Juden fordert, die 1948/49 aus den arabischen Staaten, in denen sie lebten, fliehen mussten.

Zum Referenten: Alex Feuerherdt (42) ist Lektor und freier Publizist. Er lebt in Köln und schreibt schwerpunktmäßig über den Nahen Osten, u.a. für KONKRET, die Jungle World, die Jüdische Allgemeine und den Tagesspiegel.

12.09. Vorderhaus/Fabrik
20.00 Uhr

Vortrag „Entschwörungstheorie“

Daniel classless Kulla hält am 09.09. seinen Vortrag „Entschwörungstheorie. Niemand regiert die Welt.“ Der Ort wird noch bekannt gegeben. Auf seinem Blog beschreibt er den Vortrag wie folgt:

“Entschwörungstheorie” ist ein ironisches Label. Ziel ist nicht die Einheitliche Feldtheorie zur Widerlegung sämtlicher Verschwörungstheorien. Vielmehr geht es darum, das Thema für eine kritische Diskussion überhaupt zugänglich zu machen und die dafür wichtigen Fragen aufzuwerfen. Motiv ist die Unzufriedenheit mit der bisherigen Beschäftigung mit Verschwörungsdenken, die besonders in Deutschland vorwiegend in unkritisches Durchwinken einerseits und akademisch-elitäres Bashing à la Wolfgang Wippermann andererseits zerfällt.

In meinem Buch zum Thema betone ich die Besonderheit des modernen Verschwörungsdenkens gegenüber früheren Formen; es werden nicht mehr hauptsächlich aufgrund unzureichender Informationen wilde Spekulationen angestellt, sondern es findet eine Reduktion trotz verfügbarer Informationen statt. Dabei kleidet sich moderne Verschwörungsideologie ins Gewand etablierter Autoritäten (Wissenschaftler, Historiker, Politiker) und übertrifft diese in der Wirkung beim Publikum in vielen Fällen. Dieser von mir als “Travestie” bezeichnete Mechanismus gehört zu den wichtigsten Verbreitungsweisen des Verschwörungsdenkens und sollte nicht durch die üblichen Reaktionen bestärkt werden.

Am wichtigsten jedoch scheint mir die Unterscheidung in offenes und geschlossenes bzw. ideologisches Verschwörungsdenken. Ersteres zeichnet sich durch offene Fragestellungen und die Beschäftigung mit der Realität von Verschwörungen (klandestine Machtstrukturen, Geheimdienste) aus, während zweiteres als geschlossene Ideologie daherkommt, in der die Antworten immer schon vorher feststehen, mittels derer durch Vorverurteilungen Opfer- und Feindmarkierungen vorgenommen werden und somit Brennstoff für die Politik von Ausschluß, Verfolgung und Massenmord geliefert wird.

09.09. – 20.00 Uhr
Strandcafe / Grethergelände

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Flyer und Plakate können jetzt verschickt werden. Schreibt bitte eine Mail an thementage@riseup.net mit eurer Adresse und der gewünschten Menge. Seid nicht schüchtern, es sind genügend da!

Workshop Antiamerikanismus – Ankündigung

Workshop Antiamerikanismus: „Damned you for what you seem to be, damned for what you are, and damned no matter you do“.

„Amerikanisierung der Verhältnisse“ ist eines der schlimmsten apokalyptischen Szenarien, die man in Deutschland zu bieten hat. Schlechtes Essen, Mord und Totschlag überall, Ellenbogengesellschaft und Turbokapitalismus, Ersetzung schöner deutscher Wörter durch amerikanische Ausdrücke, die Kunst geht zugrunde, an den Universitäten wird nur noch Englisch gesprochen – alles wird von Amerika kaputtgemacht. Und dann noch der Imperialismus erst! Diese wahrgenommenen Bedrohungen sind keineswegs etwas Neues, wie der streckenweise schrille Alarmismus der Warner und Mahner suggeriert. Seitdem Menschen in Scharen ihre Scholle in Europa hinter sich ließen und ein besseres Leben in der Neuen Welt suchten, haben die Zurückbleibenden Amerika zunächst noch mit herablassendem Dünkel, später mit Misstrauen und schließlich auch mit Abscheu und Hassbetrachtet. Die argwöhnische Antipathie gegenüber Amerika und den USA war zunächst eine Regung der Reaktion, die das Herauslösen des Individuums aus den feudalen Zwangsverhältnissen Europas zu verhindern suchte.

Heute ist der Antiamerikanismus über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg Ausweis und Orden einer „kritischen“ Haltung – maßgeblich gerade auch in sich als politisch „links“ verstehenden Kreisen. Mitunter mehr noch als Israel gelten die USA als „künstliches Gebilde“, als zersetzende Macht, die Kulturen zerstört, unterjocht, mit Waffengewalt ihre Vorstellungen von universalen Menschenrechten durchsetzt und ihre Interessen rücksichtslos verfolgt. Dabei geht es dem antiamerikanischen Ressentiment entgegen der Selbstwahrnehmung seiner TrägerInnen eben nicht um „Kritik an amerikanischer Politik“. Es halluziniert sich vielmehr als Opfer einer als stark anerkannten, aber gleichzeitig kulturlosen und moralisch verkommenen Macht und wähnt sich infolgedessen als fortschrittlich, widerständig und moralisch besonders legitimiert.

In diesem Workshop soll näher betrachtet werden, wogegen sich der Antiamerikanismus inhaltlich richtet und was er dem, was er zu „kritisieren“ vermeint, ideologisch entgegensetzt. Einerseits sitzt er schlicht wahnhaften Irrtümern auf, andererseits ist er eben nicht nur aus Unkenntnis gespeist, sondern trägt die deutlichen Züge eines handfesten Ressentiments, dass sich gegen Aufklärung, Moderne und die Ansätze zur Befreiung des Individuums von kollektiven Zwängen richtet – und hinter diese Entwicklungen zurückfallen will, anstatt sie emanzipatorisch über sich hinauszutreiben. Dabei wird gesondert betrachtet, welche Parallelen, aber auch Unterschiede der Antiamerikanismus zum Antisemitismus und Antizionismus aufweist.

Homepage der Gruppe Emanzipation und Frieden aus Stuttgart

10.09. – 16.00 Uhr
Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften, Tennenbacher Str. 4

Veranstaltet von der Jugendgruppe der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft, Hochschulgruppe

Macht mit!

Die Plakate kamen mittlerweile an, die Flyer werden in den nächsten Tagen folgen und werden dann verschickt. Wenn wir euch auch welche zukommen lassen sollen, schickt uns bitte eine kurze Mail an thementage ÄT riseup.net

Außerdem habt ihr die Möglichkeit über das Konto des ISF die Thementage finanziell zu unterstsützen. Informationen findet ihr hier.

Webflyer …

… und mehr findet ihr unter der Rubrik Downloads.

Thementage Antisemitismus Freiburg

Thementage Antisemitismus Freiburg

9/11 und der Hass auf Israel, so der Untertitel der Thementage Antisemitismus, die vom 09. bis 12. September 2011 in Freiburg stattfinden werden. Geplant sind diverse Vorträge, Workshops, eine Podiumsdiskussion und weitere Angebote an verschienden Orten in der Freiburger Innenstadt. Wir werden in den nächsten Tagen die Informationen und Termine vervollständigen.