Occupy Dancefloor

OCCUPY DANCEFLOOR
Bass4Ca$h-Electro-Party

Freitags steigen die besten Partys und das hoffen wir doch auch für unsere, zumal wir euch ein wirklich feines Line-Up zusammengestellt haben:

Im kleinen Raum eröffnet Tathandlung aus Landau mit einem elektronischen Live-Set: Er kombiniert krachige C64-Sounds und Sprachsamples zu einer gewittermäßigen, aber auch tanzbaren Soundmasse, die zu bewegen weiß. Danach Über alles thront das Flug, ebenfalls ein Live-Elektroniker, der sich nicht scheut, auch selber ins Mikro zu singen und zu schreien und dabei nicht selten an die Anfangszeiten von Egotronic erinnert! Björn Pengrundet die Sache ab und wurde beauftragt, nach seinem Live-Set ein mehrstündiges Kirmestechno-Set zu präsentieren.

Im großen Raum eröffnet J-D4D4 aus Tübingen, souverän partyerprobt mit electro-housigen Tunes und bringt den Dancefloor schon mal auf Temperaturen für den Züricher DJ Malik Sabotage. Dieser ist bereits zum 4. Mal in der KTS und wer sein abwechlsungreiches Set schon einmal erleben konnte, weiß, dass „Rave“ hier wirklich nicht übertrieben ist. Sein Reportoire reicht von Electro bis Techno mit kleinen Abschweifen Richtung Dubstep. Am Ende übernimmt Valentin Paul. Sein Sound sprengt jegliche Definitions-Grenzen: von Funkytech über Dub, bis zu Swing und Drum and Bass kann hier alles passieren!

Dazu gibts theoretisch was zu Essen und ideologiekritische Cocktails. Der Erlös des Abends soll das Finanzloch stopfen, das die „Thementage gegen Antisemitsmus“ hinterlassen haben.

Bilanz

Am 12.09.11 gingen die „Thementage Antisemitismus“ mit einem Vortrag von Alex Feuerherdt zum „Mythos Nakba“ zu Ende.

Als das Cafe Palestine Freiburg im Frühjahr 2011 bekanntgegeben hatte, dass es am 11. September diesen Jahres unter dem Titel „Palästina, Israel, Deutschland – Grenzen einer offenen Diskussion“ eine Reihe internationaler Referentinnen und Referenten eingeladen habe, die ob ihrer antiisraelischern und verschwörungstheoretischen Äußerungen schon bekannt waren, und dafür bestimmt nicht zufällig den zehnten Jahrestag des antisemitischen Angriffs auf das World-Trade-Center wählte, entschlossen sich israelsolidarische Gruppen und Einzelpersonen – darunter die Initiative sozialistisches Forum, die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) sowie der Rosa-Luxemburg-Club Freiburg – dazu, dies nicht unwidersprochen zu lassen. Das Ergebnis waren die „Thementage Antisemitismus“. Die dort vorgebrachte Kritik sollte sich nicht nur am Cafe Palestine abarbeiten, sondern auch eigene Impulse setzen. Dies ist den Initiatoren der „Thementage“ mit zahlreichen, gut besuchten Vorträgen und Workshops, gelungen.
Bis auf wenige aggressive Ausfälle – z.B. von Personen, die sich am Infostand der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft in der Freiburger Innenstadt als überzeugte Hamas-Anhänger zu erkennen gaben –, wurde das Angebot gut aufgenommen und es gab viele interessante Diskussionen . Zu Störungen der Veranstaltungen von Seiten propalästinensischer Aktivisten kam es erfreulicherweise nicht.

Gilad Atzmon und Ken o\'Keefe

Ein besonderes Ärgernis, das – im Vergleich zur Palästina-Konferenz im Bürgerhaus Zähringen – mitten in der Freiburger Innenstadt stattfand, gab es jedoch: den Infostand des Cafe Palestine nebst zugehörigem Straßenkonzert des antisemitischen Klarinettisten Gilad Atzmon aus Israel, der Jazz als seine Form des Jihad bezeichnet (vgl. http://jungle-world.com/artikel/2011/11/42823.html) und gegen dessen Auftritte in Freiburg sich schon einmal antifaschistische Proteste gerichtet hatten. Als Atzmon eine kleine gruppe israelsolidarischer Personen ausmachte, die Flyer über ihn sowie den Aufruf der „Thementage Antisemitismus“ verteilten, nahm er seine Klarinette auf die Schulter und symbolisierte eine Panzerfaust oder einen Rakentewerfer. Sein Begleiter Kenneth O‘ Keefe – bekannt als Passagier der islamistischen Gaza-Flotille, die im Sommer 2010 die Souveränität Israels infragestellte – provozierte die AntifaschistInnen durch die Aufnahme unzähliger Portraitfotos. Gilad Atzmon spielte dann seine Versionen von „Hava Nagila“ und der „haTikwa“, welche er in nervige Gelächterklänge enden ließ. Auch Annette Groth von der Partei DIE LINKE, die berühmte Insassin des Frauendecks der Mavi Marmara und menschenrechtspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion ihrer Partei, besuchte den Stand der vermeintlichen Friedensfreunde. Nachdem alle Umstehenden mit einem Flugblatt über den „lupenreinen Antisemiten Gilad Atzmon“ versorgt waren, bat ihn eine Bedienung des Café Aspekt mit den nervenden Tönen aufzuhören, da sich die Gäste belästigt fühlten. Dadurch war der Spuk nach ca 15 Minuten auch schon wieder vorbei.

Wer die Vorträge auf den „Thementagen Antisemitismus“ nicht oder nur einen Teil von ihnen besuchen konnte, kann versäumtes nachholen: Vorträge der Thementage 2011

Die Veranstalter der „Thementage“ werden das Cafe Palestine und ihr antiisraelisches Umfeld weiter beobachten. Ein Blick auf den Blog www.thementage.tk lohnt sich also weiterhin.

… und jetzt?

Wir werden in den nächsten Tagen versuchen die gehaltenen Vorträge in Textform oder als mp3 bereit zu stellen und ein Resumé veröffentlichen. Es lohnt sich also auch weiterhin diesen Blog zu besuchen. Wir würden uns auch über Eindrücke von außerhalb des Orga-Kreis freuen: gleich hier als kommentar (moderiert) oder per E-Mail an thementage ät riseup.net

Abschließender Vortrag

Die Thementage Antisemitismus gehen heute abend mit einem Vortrag von Alex Feuerherdt zum Mythos „Nakba“ zu Ende. Wir möchten uns schon einmal für die wirklich rege Beteiligung an unseren Veranstaltungen und der gelungenen Kooperation mit den Veranstaltungsorten bedanken. Wir würden uns sehr freuen, wenn auch heute abend, um 20.00 Uhr im Vorderhaus der Fabrik (Herdern), wieder zahlreiche Gäste kommen und sich an der anschließenden Diskussion beteiligen.

Auch dieser Vortrag kostet keinen Eintritt, uns aber trotzdem Geld, weshalb wir uns über eure Spenden freuen. Dies wäre auch über unser Spendenkonto möglich.

Erklärung aus dem iz3w gegen die Palästinatage

Das Informationszentrum dritte Welt in Freiburg hat eine Erklärung gegen die Palästinakonferenz veröffentlicht.
Zum Nachlesen auf ihrer Seite: Hier